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Wartungsverträge verwalten: Excel, Ordner oder Software?

Ein Haustechnik-Betrieb mit fünf bis zehn Mitarbeitenden und 40 bis 120 Wartungsverträgen steht früher oder später vor derselben Frage: Wie behalten wir die Übersicht? Drei Ansätze dominieren in der Praxis – der Bundesordner, die Excel-Tabelle und die Software. Alle drei funktionieren. Die Frage ist, zu welchem Preis. Dieser Beitrag vergleicht die drei Wege ehrlich, rechnet die versteckten Kosten vor und zeigt, worauf es bei einer Software für Wartungsverträge in der Schweiz ankommt.

Was die Verwaltung von Wartungsverträgen leisten muss

Unabhängig vom Werkzeug fallen bei jedem Wartungsvertrag dieselben Aufgaben an:

Der kritische Punkt: Diese Aufgaben hängen zusammen. Der Ordner trennt sie physisch, Excel trennt sie in Dateien – und genau in den Übergängen entstehen die Fehler.

Variante 1: Ordner und Papier

Der klassische Weg: pro Kunde ein Register, Verträge und Protokolle abgeheftet, Fälligkeiten im Kopf des Chefs oder auf einer Wandliste.

Stärken: Keine Einführungskosten, kein Schulungsaufwand, funktioniert ohne Strom und Empfang. Für einen Betrieb mit 15 Verträgen und einem Chef, der jedes Objekt kennt, ist das ehrlicherweise tragfähig.

Schwächen: Das System hängt an einer Person. Fälligkeiten werden nicht aktiv gemeldet – der Ordner erinnert niemanden. Protokolle existieren einmal, auf Papier; geht das Blatt verloren, ist der Nachweis weg. Handschriftliche Protokolle müssen fürs Abrechnen ins Büro, dort abgetippt oder kopiert werden. Und bei Ferien oder Krankheit des Wissensträgers steht die Planung still.

Variante 2: Excel

Der häufigste Mittelweg: eine Tabelle mit Kunden, Anlagen und Fälligkeitsdaten, oft ergänzt um Word-Vorlagen für Protokolle und eine Rechnungslösung daneben.

Stärken: Praktisch gratis, jeder kennt es, flexibel anpassbar. Eine gepflegte Tabelle ist dem Ordner klar überlegen, weil man filtern und sortieren kann.

Schwächen: Excel ist eine Liste, kein System. Es kennt keine Termine, keine Zuständigkeiten, keine Protokolle, keine Rechnungen – all das lebt daneben. Konkret heisst das:

Die versteckten Kosten, vorgerechnet

Eine Beispielrechnung für einen Betrieb mit 8 Mitarbeitenden und 80 Wartungsverträgen (Annahmen bewusst konservativ):

Nicht jede dieser Positionen trifft jeden Betrieb. Aber die Grössenordnung zeigt: «Excel ist gratis» stimmt nur auf der Lizenzrechnung.

Variante 3: Software

Software für Wartungsverträge verspricht, die Kette zu schliessen: Vertrag → automatisch generierte Fälligkeit → Einsatzplanung → mobiles Protokoll → Rechnung → Archiv. Entscheidend ist, ob eine Lösung diese Kette wirklich abbildet – oder nur Teile davon.

Was generische Handwerkersoftware kann – und was nicht

Der Markt an Handwerkersoftware ist gross, aber die wenigsten Lösungen sind um den Wartungsvertrag herum gebaut. Ein fairer Kurzüberblick:

Kurz: Es gibt gute Auftragssoftware, gute Buchhaltungssoftware und gute Protokollwerkzeuge. Die Lücke liegt in der Verbindung – genau dort, wo beim Wartungsgeschäft die Marge entsteht oder verloren geht.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Wer als Wartungsplaner im Handwerk eine Lösung sucht, prüft am besten diese Punkte:

  1. Verträge pro Anlage, nicht pro Kunde. Ein Kunde hat drei Anlagen mit drei Intervallen. Kann die Software das abbilden – inklusive automatisch erzeugter Fälligkeiten je Anlage?
  2. Mobile Protokolle mit Norm-Bezug. Prüfpunkte, Messwerte, Mängel, Fotos, Unterschrift des Kunden – erfasst auf dem Tablet vor Ort, auch im Keller ohne Empfang, als sauberes PDF beim Betreiber archivierbar.
  3. QR-Rechnung. Für Schweizer Betriebe nicht verhandelbar: Die Rechnung muss direkt aus dem abgeschlossenen Einsatz entstehen, mit Schweizer QR-Einzahlungsteil.
  4. Fälligkeits-Übersicht. Eine Ansicht, die zeigt: Was ist diesen Monat fällig, was ist überfällig, was ist geplant? Das ist der eigentliche Ersatz für das Gedächtnis des Chefs.
  5. Einführungsaufwand. Bei 5–10 Mitarbeitenden entscheidet nicht der Funktionsumfang, sondern ob die Monteure das Werkzeug nach einem halben Tag akzeptieren.
  6. Datenhoheit und Export. Ihre Verträge und Protokolle müssen jederzeit exportierbar sein – Sie binden sich an einen Anbieter, nicht an eine Geisel.

Der ehrliche Vergleich

Kriterium Ordner Excel Passende Software
Anschaffung keine keine ab ca. CHF 100.– bis 300.– pro Monat
Fälligkeiten automatisch nein nein ja
Protokoll vor Ort digital nein nein ja
Verbindung zur Rechnung manuell manuell direkt
Abhängigkeit von einer Person hoch mittel tief
Nachweis in Minuten auffindbar selten teils ja
Sinnvoll bis … ~15 Verträge ~40 Verträge ohne praktische Grenze

Die Schwelle liegt erfahrungsgemäss bei 30 bis 50 Verträgen: Darunter ist Disziplin billiger als Software. Darüber kostet die Verwaltung von Hand mehr, als eine Lösung je kosten würde – nur eben versteckt, in vergessenen Besuchen und unbezahlten Abenden.

Häufige Fragen (FAQ)

Ab wie vielen Wartungsverträgen lohnt sich eine Software?

Als Faustregel ab 30 bis 50 Verträgen. Ab dieser Grösse übersteigen die versteckten Kosten von Excel und Ordner – vergessene Fälligkeiten, doppelte Erfassung, unverrechnete Administration – die Kosten einer Softwarelösung von typischerweise CHF 100.– bis 300.– pro Monat.

Reicht Excel für die Verwaltung von Wartungsverträgen?

Bis etwa 40 Verträge kann eine diszipliniert gepflegte Tabelle genügen. Excel meldet aber keine Fälligkeiten, verknüpft keine Protokolle und erstellt keine QR-Rechnungen – jeder Übergang bleibt Handarbeit und Fehlerquelle. Wächst der Vertragsbestand, wächst das Risiko vergessener Besuche mit.

Was kostet ein vergessener Wartungsbesuch wirklich?

Direkt der entgangene Umsatz, typischerweise CHF 300.– bis 600.– pro Besuch. Indirekt mehr: Ein nicht besuchter Kunde verlängert seltener, und ein gekündigter Wartungsvertrag von CHF 900.– pro Jahr kostet über fünf Jahre CHF 4'500.– wiederkehrenden Umsatz.

Kann ich meine bestehende Buchhaltungslösung wie bexio behalten?

In der Regel ja. Lösungen wie bexio sind als kaufmännische Ebene (Offerten, QR-Rechnungen, Buchhaltung) verbreitet und gut. Die Wartungslogik – Anlagen, Intervalle, mobile Protokolle, Disposition – liegt davor; achten Sie darauf, dass Rechnungsdaten ohne Doppelerfassung übergeben werden können.

Was muss eine Software für Wartungsverträge in der Schweiz zwingend können?

Vier Dinge: Verträge und Intervalle pro Anlage führen, Fälligkeiten automatisch überwachen, Protokolle mobil mit Fotos und Unterschrift erfassen und direkt aus dem Einsatz eine Schweizer QR-Rechnung erstellen. Fehlt eines dieser Glieder, bleibt der Medienbruch – und damit der Aufwand – bestehen.


In eigener Sache: WartungsBuch ist eine Schweizer Software, die genau diese Kette schliesst – Wartungsverträge pro Anlage, automatische Fälligkeiten, mobile normkonforme Protokolle und QR-Rechnung in einem Ablauf. Wir entwickeln sie zurzeit gemeinsam mit Gründungsbetrieben aus der Haustechnik. Informationen unter wartungsbuch.ch.

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